Anlagestrategie_Teil1_Blog

Der Weg zur eigenen Anlagestrategie – Definition

Bisher habe ich mich nie aktiv mit Strategien zur Geldanlage auseinandergesetzt. Das heißt nicht unbedingt, dass ich keine Strategie verfolgt habe. Ich war mir nur nicht im Klaren darüber welche Strategie ich eigentlich verfolge. Teilweise wurde die Strategie durch die Produkte vorgegeben (fondsgebundene Altersvorsorge) und in den übrigen Fällen habe ich mich auf meinen Berater verlassen. Ging bisher größtenteils gut.
Jetzt wo ich mich bewusst mit den Themen rund um Geldanlage beschäftige, kommen aber doch immer mehr Fragen rund um meine Anlagestrategie auf. Was ist eine Anlagestrategie eigentlich? Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Strategien? Wie richte ich künftige Investments danach aus?
Für die Beantwortung dieser und weiterer Fragen habe ich eine Artikelreihe geschrieben. In diesem Artikel geht es darum was eine Anlagestrategie überhaupt ist und wozu ich sie brauche.

Was ist überhaupt eine Strategie?

Um eine Anlagestrategie zu definieren, habe ich mich zunächst grundlegend gefragt, wie man überhaupt Strategie definiert.

Laut Wikipedia ist eine Strategie im wirtschaftlichen Sinne folgendes:
„Unter Strategie werden in der Wirtschaft klassisch die (meist langfristig) geplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden.“

Auf das Wesentliche reduziert heißt das: „Unter Strategie werden die geplanten Verhaltensweisen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden.“

Eine Strategie ist also eine Reihe von Verhaltensweisen und/oder Handlungen, die mich zu meinem Ziel führen sollen. Daraus folgt für mich, dass ich zunächst mal ein Ziel definiert haben muss, bevor ich mir (sinnvoll) Gedanken um mögliche Strategien zur Erreichung dieses Ziels machen kann. Ohne diese vorherige Zieldefinition fehlt mir die Grundlage für jegliche Strategie.

Wozu brauche ich eine Anlagestrategie?

Eine Anlagestrategie gibt mir einen Handlungsrahmen vor, in dem ich mich bei meinen Investments bewegen kann. Sie hilft mir dabei Anlage-Entscheidungen zu treffen und gibt mir Orientierung. Das klingt zunächst ein bisschen esoterisch, aber das größte Problem vieler privaten Anleger ist, dass sie sich von ihren Emotionen leiten lassen. Und die sagen leider häufig, dass man verkaufen soll wenn die Kurse sinken und kaufen soll, wenn die Kurse steigen. Wenn man als Zielsetzung hat, am Ende weniger Geld als am Anfang zu haben, ist auch das zielführendes Verhalten. Ich nehme jedoch an, dass diese Konstellation äußerst selten vorkommen wird.

Wenn ich eine Anlagestrategie habe, dann kann ich jederzeit (auch in schwierigen Börsenzeiten) darauf zurückgreifen und mich fragen, was eine passende Handlungsweise im Rahmen meiner Anlagestrategie ist. Es gibt so gesehen keine guten und schlechten Investment-Entscheidungen, sondern Entscheidungen, die zielführend (im Sinne meines Ziels) sind und solche die es nicht sind. Ohne Anlagestrategie muss ich diese Prüfung jedes Mal erneut durchführen und laufe Gefahr Entscheidungen zu treffen, die eben nicht zielführend sind.

Ich bin dabei auch nicht darauf beschränkt nur eine Anlagestrategie zu verfolgen. Da ich in der Regel nicht nur ein Ziel verfolge, sondern Mehrere, kann es durchaus Sinn ergeben für jede Zielsetzung eine eigene Strategie zu verfolgen. Ausgenommen sind hier natürlich Teilziele eines sehr langfristigen Ziels. Mehrere Strategien zur Erreichung eines Ziels zu verfolgen kann vielleicht auch funktionieren, klingt aber für mich zunächst eher unsinnig. Wie würde ich beispielsweise entscheiden nach welcher Strategie ich mich bei Investment-Entscheidungen richten soll?

Woher bekomme ich eine Anlagestrategie?

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um an eine Anlagestrategie zu kommen: entweder ich verfolge eine vordefinierte Strategie oder ich definiere eine eigene Strategie für mich.

Die erste Variante ist natürlich hilfreich, wenn ich selbst noch keine großen Kenntnisse über Anlagestrategien habe. Allerdings muss ich eine bereits definierte Strategie erstmal vollständig verstehen, um sie umsetzen zu können. Und die Strategie muss natürlich zu meinem Ziel und zu mir passen. Eine Anlagestrategie, die vermehrt auf Hebelprodukte setzt, ist beispielsweise nichts für mich, wenn ich ein sehr sicherheitsorientierter Anleger bin.

Ein Beispiel für eine bereits bestehende Anlagestrategie ist die Dividendenstrategie. Dabei investiere ich in Aktien von Unternehmen, die eine hohe Dividende an Aktionäre zahlen und halte diese möglichst lange. Wenn ich im Rahmen dieser Strategie am Anfang des Jahres 100 Aktien von Adidas kaufen würde und Adidas pro Aktie 2 Euro Dividende zahlt, dann erhalte ich am Ende des Jahres 200 Euro Dividende. Das wäre ein möglicher Weg zur Umsetzung einer Dividendenstrategie. Alternativ könnte ich natürlich auch in ein ETF investieren, dass auf dem DivDax beruht. Dann würde ich nicht nur in ein Unternehmen investieren, sondern Anteile an 15 verschiedenen Aktien erwerben. Ich erhalte dann pro Unternehmen weniger Dividende, kann aber im Gesamtbetrag auf eine größere Summe kommen als bei einer Einzelinvestition.

Dieses Beispiel zeigt: eine Anlagestrategie ist keine Schritt-für-Schritt Anleitung und funktioniert leider auch nicht nach dem Muster „Tue dies, dann passiert das“. Es führen immer mehrere Wege zum Ziel und die Anlagestrategie gibt mir einen groben Handlungsrahmen vor.

Die zweite Variante, ich definiere mir meine Anlagestrategie selbst, setzt voraus, dass ich bereits einen gewissen Kenntnistand im Wertpapierbereich erreicht habe und dass ich grundlegend darüber Bescheid weiß, wie eine Anlagestrategie aufgebaut ist. Mehr Informationen darüber liefere ich in den nächsten Artikeln meiner Reihe zur Anlagestrategie.

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