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Top 6 Fragen zu Investment-Entscheidungen

Bei Geldanlagen gibt es so viele Möglichkeiten, dass es mitunter schwierig fällt, die Richtige für einen selbst auszuwählen. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, wie man den Prozess der Entscheidungsfindung erleichtern kann. Die folgenden Fragen sollen dabei helfen mit einem guten Gefühl Entscheidungen für Investitionen zu treffen.

1. Passt das Produkt zu meiner Anlagestrategie?

Zunächst mal ist es wichtig bei den möglichen Optionen zu prüfen, ob sie zu einer der eigenen Anlagestrategien passen. Wenn man noch keine Anlagestrategie hat, sollte man sich zunächst darüber Gedanken machen, bevor man sich über konkrete Anlageformen oder Wertpapier-Typen den Kopf zerbricht.
Anhand meiner Anlagestrategie kann ich in jedem Fall schon mal eine grobe Vorauswahl in Frage kommender Wertpapier-Typen treffen oder zumindest bestimmte Produkte von vorne herein ausschließen. Wenn ich zum Beispiel eine langfristige Anlagestrategie verfolge, dann passen Wertpapier-Arten mit einer kurzen zeitlichen Begrenzung (u.a. Bonus-Zertifikate) nicht dazu.

2. Passt das Produkt zu mir?

Ebenso wichtig, wie die Passgenauigkeit zur Anlagestrategie ist die Passgenauigkeit zur individuellen Persönlichkeit. Jeder von uns hat unterschiedliche Wertvorstellungen und einen einzigartigen Charakter. Wenn ich eher ein generell vorsichtig agierender Mensch bin, dann ist vielleicht das Produkt mit dem 5-fachen Hebel nichts für mich. Oder falls ich ein großes Interesse an Naturschutz habe, kommen Aktien von Atomkraftwerksbetreibern gegebenenfalls nicht in Frage.
Es kann natürlich auch sein, dass einem ethische und moralische Kriterien bei der Geldanlage egal sind, Hauptsache die Rendite stimmt am Ende. Dann kann man diesen Punkt getrost vernachlässigen. Bei mir ist das jedoch nicht so. Daher informiere ich mich auch mal etwas umfassender über die Unternehmen in die ich investiere.

3. Was sagt mein Bauchgefühl?

Das Bauchgefühl ist bei der Entscheidung für oder gegen ein Investment tatsächlich ein entscheidender Faktor. Auch wenn man häufig den Rat bekommt auf keinen Fall bei Investment-Entscheidungen emotional zu agieren, meine ich man sollte sein Bauchgefühl berücksichtigen. Das hat einen ganz einfach Grund.
Angenommen man tätigt ein Investment, dass alle rationalen Kriterien erfüllt, aber eben aus irgendeinem nicht genau definierbaren Grund ein ungutes Gefühl hinterlässt. Dann lässt es einem einfach keine Ruhe. Man prüft ständig die Entwicklung nach und versucht alles, um sein ungutes Gefühl zu widerlegen.
Ich meine ein gutes Investment darf mich keinen Schlaf kosten. Gerade bei langfristigen Investments will ich mir nicht pausenlos Gedanken über die mögliche Entwicklung machen. Ich kann sie ohnehin nicht beeinflussen. Daher würde ich ein Investment mit gutem Bauchgefühl immer einem Investment mit höherer Rendite, bei dem ich mir aber unsicher bin, vorziehen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: auf keinen Fall nur auf den Instinkt verlassen, sondern immer vorher alle rationale Kriterien prüfen und in die Entscheidung einfließen lassen. Wenn diese schon nicht stimmig sind, dann sollte auch ein gutes Bauchgefühl nicht zu einem Investment verleiten.

4. Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Eine Frage, die man sich in jedem Fall stellen sollte ist, was im schlimmsten Fall passieren kann. Die zukünftige Entwicklung können wir nicht voraus ahnen und es kann sich immer anders entwickeln, als wir das erwarten.
Auf Investments bezogen kann der schlimmste Fall zum Beispiel der Verlust des eingesetzten Kapitals sein. Bei Produkten mit sogenannter Nachschusspflicht kann es aber auch deutlich darüber hinaus gehen. Eine Nachschusspflicht kommt häufig bei Hebelprodukten zum Einsatz und bedeutet, dass mögliche Verluste auch über den Nullpunkt (des eingesetzten Kapitals) hinaus ausgeglichen werden müssen. (Mehr dazu in meinem Artikel Einführung in Wikifolio).
Die Höhe eines möglichen Verlusts kann ich natürlich auch eingrenzen, indem ich beispielsweise einen Stop-Loss bei meiner Order setze. Dann wird das Wertpapier automatisch bei Erreichen einer von mir definierten Untergrenze verkauft.

Es ergibt in jedem Fall Sinn die Antwort auf diese Frage für die verschiedenen Optionen zu prüfen.

5. Bis wann muss ich eine Entscheidung getroffen haben?

Man sollte sich auch fragen, ob es eine Deadline gibt bis wann eine Entscheidung für oder gegen eine Anlage getroffen sein muss. Gerade bei Wertpapieren kann das im Rahmen der Kursentwicklung natürlich ein sehr knapper Zeitraum sein. Oder eben auch nicht, wenn ich beispielsweise sehr langfristig investieren möchte. Dann ist ein gut gewählter Einstiegszeitpunkt eher nebensächlich, da man ohnehin auf eine langfristig positive Entwicklung setzt.

6. Gegen was entscheide ich mich?

Eine Entscheidung für eine Option ist auch immer eine Entscheidung gegen andere Optionen. Dessen muss man sich bewusst sein. Wenn ich mich für ein Investment in ein konkretes Wertpapier entscheide, dann entfallen die anderen Optionen damit, in die ich stattdessen investieren könnte. Natürlich kann ich auch mein Budget aufteilen und in mehrere Wertpapiere anlegen. Aber auch dabei gibt es Grenzen. Diversifikation ist immer nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll.
Dennoch kann eine solche Aufteilung auch nützlich sein, wenn man sich zwischen zwei oder drei gleichwertigen Varianten nicht entscheiden kann. Anstatt die Entscheidung für eine der Varianten unnötig zu verzögern, kann man sein Kapital auch einfach auf die Produkte aufteilen.

Was man auch nicht vergessen sollte: keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Wenn mir einfach keine der zur Verfügung stehenden Optionen für ein Investment zusagt, dann muss auch nicht zwingend eine Entscheidung herbeigeführt werden. Es macht in dieser Situation mehr Sinn weitere Möglichkeiten und Produkte zu recherchieren anstatt Geld in ein Produkt anzulegen, dass nicht 100-prozentig passt.

Ich hoffe diese Fragen helfen Euch bei euren zukünftigen Investment-Entscheidungen genauso wie sie mir dabei helfen.

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