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Wertpapierhandel für Einsteiger

Von außen betrachtet kann die Börse und Handel mit Wertpapieren furchtbar kompliziert wirken. Wenn man kein Wissen über die Materie hat, bestehen natürlich gewisse Berührungsängste. Wer nichts macht kann schließlich auch nichts falsch machen, richtig? Leider falsch!
Ich bin der Meinung, dass Wissen um die eigenen Finanzen und die Möglichkeiten des Wertpapierhandels essentiell sind. Mit Sparprodukten lässt sich schließlich heutzutage keine Rendite mehr machen.
Um den Einstieg in die Welt der Aktien und Fonds etwas zu erleichtern, habe ich den folgenden Artikel über die Grundlagen des Wertpapierhandels geschrieben.

Wo fange ich an?

Um als Anleger mit Aktien zu handeln brauchen wir im Grunde nur ein (Online-)Depot bei einer Bank und etwas Geld.
Tipps zur Auswahl eines passenden Depot findet Ihr hier: Top 7 Tipps zur Depotwahl

Wenn wir ein Wertpapier gefunden haben, das wir kaufen möchten, müssen wir uns dessen Identifikationsnummer merken.
Jedes Wertpapier und jeder Index haben mindestens eine Identifikationsnummer, die ISIN (International Securities Identification Numbers). Deutsche Wertpapiere und Indizes haben zusätzlich noch die sogenannte WKN (Wertpapier-Kenn-Nummer).

Diese Kenn-Nummer geben wir in unserem Online-Banking in eine entsprechende Eingabemaske gemeinsam mit der gewünschten Menge an und bestätigen das mit einer TAN (Transaktionsnummer).

Bei wem kaufe/ wem verkaufe ich Wertpapiere?

Als Privatanleger können wir über unser Depot jederzeit alle möglichen Wertpapiere kaufen. Unser Handelspartner ist dabei zunächst mal die Bank bei der wir das Depot führen.
Die Bank besitzt natürlich nicht alle Wertpapiere, die wir kaufen können, selbst. Sie nimmt unsere Kauf-Anfrage und geht damit an die Börse. Dort sucht sie jemanden, der bereit ist die Menge an Wertpapieren, die wir haben möchten, zu dem Preis zu verkaufen, den wir dafür bezahlen möchten.

Wenn die Bank so jemanden gefunden hat, führt sie den Handel in unserem Auftrag durch.
Den Preis können wir uns als Privatanleger aber nicht aussuchen. Dieser wird über den Markt vorgegeben und kann sich stetig verändern.

Falls wir Wertpapiere wieder verkaufen möchten, funktioniert das im Prinzip genau so. Wir teilen der Bank mit, dass wir unsere Wertpapiere zum aktuellen Kurs verkaufen möchten und die Bank nimmt diese Anfrage an die Börse mit und sucht dort jemanden, der unsere Wertpapiere kaufen will.

Die Mitteilung an die Bank, ob wir Wertpapiere kaufen oder verkaufen möchten, nennt man im Fachjargon „Order“.

Das Ganze läuft dabei vollständig digital über elektronische Handelssysteme, wie zum Beispiel XETRA ab. Viele der verwendeten Begrifflichkeiten kommen aber noch aus einer Zeit, in der das alles ohne elektronische Unterstützung ablief. Das Depot war damals ein tatsächlicher Ort und Aktien waren auf Papier gedruckt. Wenn wir heute Wertpapiere kaufen, dann bekommen wir kein Stück Papier, sondern es wird in einer Datenbank hinterlegt, dass die Wertpapiere uns gehören.

Welche Kosten entstehen dabei?

Mit Wertpapieren zu handeln ist nicht kostenlos. Die Vermittlungstätigkeit, die die Bank beim Wertpapierhandel für uns ausführt, kostet Geld. Die Kosten dafür werden über die Ordergebühren abgedeckt, die wir bei jedem Kauf und Verkauf von Wertpapieren bezahlen. Die anfallenden Ordergebühren sind sehr individuell, da sie von den Konditionen der jeweiligen Bank abhängig sind, bei der wir das Depot haben.

Wenn wir Wertpapiere zu einem höheren Preis verkaufen kann, als wir sie gekauft haben, dann machen wir damit Gewinn. Diesen Gewinn muss man in Deutschland versteuern im Rahmen der Abgeltungssteuer. Diese wird automatisch von der Bank abgeführt. Wir müssen sie also nicht separat in einer Steuererklärung angeben, um sie abzuführen.

Mehr Informationen zu den Gebühren des Wertpapierhandels findet Ihr hier: Gebühren beim Wertpapierhandel verstehen

Wie vermehre ich mit Wertpapieren mein Geld?

Es gibt zwei grundlegende Methoden, wie wir Wertpapiere zur Geldanlage nutzen können.

Die erste Methode ist die Preisdifferenz zwischen Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Ich kaufe Aktien zu einem bestimmten Preis (Kurs) und verkaufe sie wieder, wenn der Kurs gestiegen ist. Der Unterschied zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis ist mein Gewinn.

Die zweite Methode ist eine wiederkehrende Zahlung, die wir bekommen, wenn wir Wertpapiere halten. Eine solche wiederkehrende Zahlung ist beispielsweise die Dividende bei Aktien oder der Zinskupon bei Anleihen. Diese Zahlung erhalten wir meistens einmal jährlich so lange wir die entsprechenden Wertpapiere besitzen und nicht verkaufen.

Fazit

Wie wir sehen können, ist der Handel mit Wertpapieren grundsätzlich eine Reihe einfacher Vorgänge. Jeder der über ein Depot und etwas Geld verfügt kann damit Wertpapiere an der Börse handeln.
Ich hoffe der Artikel hilft Euch weiter und kann Euch ein bisschen die Angst vor Geldanlage an der Börse nehmen.

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